Rum ist ein Lebensgefühl

Der Begriff „Rum“ wurde wahrscheinlich vom englischen Dialektwort rumbullion abgeleitet, was soviel heissen soll wie „Aufruhr oder Tumult“. Dieser Brand wird zur Hauptsache aus Zucker-Melasse  - ein Nebenprodukt der Zuckerproduktion des Zuckerrohrs - gewonnen, jedoch seltener aus frischem Zuckerrohrsaft, der dann als Rhum Agricole statt Rum bezeichnet wird. Der Mindestalkoholgehalt muss 37,5 Volumenprozent aufweisen.

 

Rum wird zwischen der Karibik, Madagaskar bis Mauritius hergestellt, wo in der Regel auch Zuckerrohr angepflanzt wird. Die Zuckermelasse gelangt auch nach Deutschland, Österreich und in die Schweiz, wo die Melasse zu Rum verarbeitet wird. So ist die Melasse bei der Rumherstellung am weitesten verbreitet und findet auch den grössten Teil an Liebhaber.

 

Durch die Gärung des Zuckeranteils wird ein geringer Anteil an Alkohol von etwa 4 % bis 5 % gewonnen. Somit kann dieser „Zuckerwein“ destilliert werden bis er einen Alkoholgehalt zwischen 65 % bis 75 % erreicht. Mit destilliertem Wasser verdünnt, erhält man weissen Rum, der dann so bleibt oder wird mit Zuckercouleur oder Karamelsirup angereichert, um intensivere Süssaromen zu erhalten. Solche günstigen Rums werden vor allem bei Cocktails, Longdrinks und für die Herstellung von Kuchen und Desserts vergewendet.

 

Die Königsdisziplin ist jedoch - wie beim Whisky - die Lagerung in geeigneten Holzfässern, um über viele Jahre die gewünschten Aromastoffe des Holzes aufnehmen zu können. So entwickelt sich seine goldgelbe bis bräunliche Färbung des Rums und die intensiven Aromen von Vanille, Rosinen, Gewürzen und Toastnoten (Mokka, Kaffee). Je länger das Destillat im Holzfass reift, desto abgerundeter erscheint sein aromatisches Geschmacksbild. Probieren Sie verschiedene rund 12 Jahre gereifte Rums neben einander und Sie werden die enormen Unterschiede selbst feststellen.

 

Im Gegensatz dazu wird bei der Herstellung von Rhum Agricole oder Cachaça allein frisch gepresster Zuckerrohrsaft als Grundstoff eingesetzt. Das weitere Vorgehen ist das Gleiche wie bei Rum. Das Resultat ist jedoch im Geschmacksbild ganz anderes. Mehr Kraft, weniger Süsse und weniger Fülle dafür mehr Klarheit. Bei einer Degustation bemerkte einer nach einigen verschiedenen Rums beim Probieren eines Rhum Agricole: „ Bis dahin habe ich immer durch eine Milchscheibe geschaut und jetzt beim Rhum Agricole sehe ich hindurch.“ Rum ist heute nicht mehr nur eine Spirituose, sondern ein Lebensgefühl. Das flüssige Gold ferner Länder.

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